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Klasse Projekt 9a

Klasse! Projekt der Frankenpost                                                                                                                                               Bericht  über Scala-Kino-Besuch

„Gudda – gibbo – bax – gack – mika“

Alles klar?

 

Schüler schauen hinter die „Kulissen“ des Scala-Filmtheaters

„Rätselhafte Ereignisse“ erwarteten uns, die Klasse 9a der Volksschule Frankenwald Naila am Freitag, dem 28.01.05, im Scala-Kino in Hof. Im Rahmen des Klasse! Projektes der Frankenpost waren wir zu einer Vorführung des Lemony Snicket-Filmes mit einer vorausgehenden Führung durch Oberfrankens größtes Filmtheater,  einer Einführung in die technische Welt eines Kinos und anschließender Bewirtung eingeladen.

 

Nach der herzlichen Begrüßung lüfteten Frau Sandra Wildt, die Theaterleiterin, und Herr Gerhard Schmidt, technischer Leiter des Hauses, für uns die ersten „Rätsel“ in Bezug auf die Geschichte des Scala-Kinos und das technische „Drum-Herum“. Wir erfuhren, dass das Filmtheater bereits seit 1939 – damals mit 1000 Plätzen in einem Saal und einem Orchestergraben, in dem Musiker die Stummfilme begleiteten – besteht und in den 90er Jahren umfassend renoviert wurde. Inzwischen umfasst das Scala vier unterschiedlich große Kinoräume (Scala 1, Scala 2, Regina und Neues Haus) mit insgesamt fast 800 Plätzen. Schon in den Sechzigern, als das Fernsehen seinen Siegeszug angetreten hatte, waren anstelle großer Säle kleinere Vorführräume in größerer Anzahl sinnvoller geworden. Als „Geburtskino“ der Hofer Filmtage, die erst 2004 wieder 26 000 Besucher nach Hof lockten, machte sich das REGINA schon 1967  einen Namen.

 

Anschließend machte uns Frau Wildt mit dem Verleihverfahren vertraut: Nachdem ein Filmverleih, z. B. Constantin Verleih oder Warner Brothers, die Rechte an einem Film vom Produzenten erworben hat, kommt er in Form von 35 mm-Kopien in die Kinos. Nun zeigte uns Herr Schmidt, der von weiteren drei Filmvorführern unterstützt wird,  wie seine Geräte, die sich technologisch auf dem neuesten Stand befinden, funktionieren und erzählte uns dabei wissenswerte technische Einzelheiten:

  • Filme sind heutzutage aus Polyester und damit unzerreißbar.
  • Eine Filmrolle wiegt 35 – 65 Kilo.
  • Der Film wird von einer Tellermaschine horizontal von Teller zu Teller gespult. Er braucht so nicht zurückgespult werden – das spart 10 – 12 Minuten.
  • „Unser“ Film (Lemony Snicket, Rätselhafte Ereignisse) ist z. B. 3 km lang!
  • Die Tonspur eines Filmes wird mit Licht abgelesen.
  • In einer Sekunde werden 24 Bilder gezeigt, bzw. 23 cm Film abgespult.

 

Frau Wildt informierte uns außerdem – diesmal im „Neuen Haus“ –  über die Einnahmen, die ein Kino außer durch den Verkauf von Eintrittskarten und Kioskverkäufen über die Werbung mit Dias mit und ohne Ton und mit Werbefilmen und Trailern erhält. Weiter ging es mit

  • historischen Aufnahmen vom „SCALA-Filmpalast“ in der Wörthstraße zur Zeit der Erbauung
  • Details zu den verschiedenen Leinwandformaten von Normalbild bis Cinemascope, mit dem die „Monumentalschinken“ gezeigt werden,
  • Infos zur FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle)
  • und zu den billigsten (China: 10 Cent) bzw. teuersten (Japan: 13 Dollar) Ländern in Bezug auf Kino-Eintrittspreise,
  • Rekordangaben (Eine Frau aus Wales hat sich ein und denselben Film 940mal im Kino angesehen!),
  • Ausführungen zu Raubkopierern, die der Filmindustrie bereits 4 Milliarden Dollar Schaden zugefügt haben. Entsprechend streng wird auch kontrolliert, teils mit Infrarotkameras, teils müssen Taschen oder Rucksäcke geleert werden.
  • Zahlen zu „Kino in Deutschland“: Mit 151 Mio Kinobesuchern konnte 2004 ein Umsatzplus von 7 %  in 2004 verzeichnet werden. Daran hatte der deutsche Film einen Rekordanteil von 24 %!

Nach so viel Wissenserweiterung durften wir jetzt – mit einer von der Geschäftsleitung spendierten, überlebensnotwendigen Tüte Popcorn ausgerüstet – eineinhalb Stunden lang die bequemen Kinosessel testen und uns in Lemony Snickets Fantasy-Märchen entführen lassen:

 

Die drei Geschwister Baudelaire, Violet, Klaus und Sunny, kommen nach dem Tod ihrer Eltern ins düstere Haus ihres ausgeflippten Onkels Graf Olaf, der sich als ekliges, kinderfeindliches Scheusal entpuppt und nur hinter dem Vermögen der drei Waisen her ist. Und so nehmen die rätselhaften Ereignisse ihren abenteuerlichen Verlauf…… Verraten darf man ja bekanntlich nicht zu viel! Aber nach dem Film waren wir uns ziemlich einig:

  • Die durchgeknallten Verwandten der bedauernswerten Geschwister wurden hervorragend dargestellt – schön schräg und natürlich maßlos übertrieben. Besonders Jim Carrey spielt den widerlichen Kauz Olaf hingebungsvoll in immer neuen Verkleidungen.
  • Die Kulissen, Kostüme und Effekte waren oft beeindruckend, besonders phantastisch wirkte Tante Josephines Haus am Abgrund.
  • Heimliche Hauptperson und unser absolutes Highlight war eindeutig Baby Sunny, das mit seiner „Beißeritis“ und seiner ulkigen Babysprache unsere Herzen eroberte:

„Gudda“ (Guten Tag) – „Gack“ (Seht nur die Gestalt, die aus dem Nebel kommt) – „bax“ (Ich bin ganz schön aufgeregt) – „gibbo“ (Ich könnte jede Menge zum Beißen gebrauchen) – Wie gut, dass es Untertitel gibt!

 

Nach dem Film, den wir mehrheitlich für 9 – 12 Jährige und spezielle Fans von Fantasy-Märchen und skurrilen Typen empfehlen, durften wir uns noch mit leckeren Häppchen stärken, bevor wir uns herzlich bei Frau Wildt und ihrer Crew für den interessanten Vormittag und die freundliche Bewirtung bedankten und mit Sunny „mika“ (Auf Wiedersehen) sagten.

Klasse 9a, VSF Naila

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