Logo SOR-SMC
Logo Starke Schule
Symbol Schuladresse

Ganztagsklasse

Erschienen am 01.10.2008 in der Frankenpost – Ressort Naila
Lernen, üben, gemeinsam aktiv sein

Ganztagsklasse | Die Volksschule Frankenwald liebäugelt damit, im kommenden Jahr eine neue Form von Unterricht einzuführen, um Jugendliche individuell zu fördern. Eine Umfrage beweist: Viele Eltern sind dafür.

Naila – Übervolle Stundenpläne, abgehetzte Lehrer, gestresste Schüler, Zeitdruck – Faktoren, die für viele Kinder, Pädagogen und Eltern gleichermaßen ein Gräuel sind. Doch es gibt eine Möglichkeit, wie man sie entschärfen kann – die gebundene Ganztagsklasse. Eine solche könnte es eventuell im kommenden Schuljahr 2009/2010 an der Volksschule Frankenwald in Naila geben. Das wäre auf jeden Fall im Sinne von Rektor Alfred Rockelmann. Und auch viele Eltern sind dem Gedanken nicht abgeneigt, wie eine Umfrage der Schule zeigt. Dabei wollten Rektorat und Lehrerkollegium die Resonanz testen. Und die fiel positiv aus.

Rund 70 Prozent von 400 befragten Familien würden die Einführung einer Ganztagsklasse der Jahrgangsstufe fünf in der Volksschule befürworten. Alfred Rockelmann erklärt: „Gebundene Ganztagsklasse heißt zunächst einmal, dass die Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen. Zwölf zusätzliche Wochenstunden sind vorgesehen. Dies bedeutet einen Aufenthalt von täglich mindestens sieben Zeitstunden an vier Wochentagen in der Schule. Der Pflichtunterricht ist auf den Vormittag und den Nachmittag verteilt.“ Das heißt konkret, dass die Schüler vier Mal pro Woche ihre Nachmittage in der Schule verbringen würden, maximal bis 15 Uhr. Doch dann wäre das Thema Schule für die Kinder an diesem Tag auch abgehakt, denn Hausaufgaben werden in der Schule erledigt und zwar unter Betreuung. Das würde für die Schüler zwar nicht unbedingt mehr, aber stressfreiere Freizeit bedeuten.

Weniger Stress

„Mehr Zeit“ – ein Vorteil, den Rockelmann an erster Stelle sieht. „Die Ganztagsklasse ermöglicht es, dass sich die Lehrer verstärkt individuell um die Kinder kümmern können und dabei in der Lage sind, Stärken zu fördern und Schwächen zu begegnen“, erklärt er und fügt hinzu, dass dies aber nicht bedeute, dass die Schüler nicht von der Aufgabe entbunden sind, auch selbstständig Lernstoff gegebenenfalls zu Hause zu wiederholen.

Das Zauberwort in Sachen gebundene Ganztagsklasse heißt „Rhythmisierung“. „Rhythmisierter Unterricht bedeutet, dass Lern- und Übungsphasen ständig abwechseln sollten, sodass die Schüler nicht überfordert werden und zwischen den Lernfächern Freizeit bleibt. Außerdem ist es vorgesehen, dass die Schüler Wahlfächer belegen oder sich an Arbeitsgemeinschaften beteiligen.“ Als Beispiel für Letzteres nennt der Rektor Projekte zur Gewaltprävention, Berufsorientierung und Freizeitgestaltung.

Zur Ganztagsschule gehört außerdem ein gemeinsames Mittagessen der Schüler. Räumliche Möglichkeiten dazu gibt es in der Volksschule. Es gibt ein Schülercafé, wo die Mahlzeiten eingenommen werden könnten und auch eine Küche. „Wir wären auf jeden Fall in der Lage, die Schüler zu versorgen“, sagt Rockelmann.

Entscheiden sich die Eltern dafür, ihr Kind ab der fünften Klasse in eine Ganztagsklasse zu geben, ist das keine Einbahnstraße. Wie Anja Buchdrucker, die stellvertretende Schulleiterin, erklärt, können die Schüler nach einem Schuljahr wieder eine Regelklasse besuchen. „Doch dazu kommt es kaum“, sagt Buchdrucker und verweist auf die Ganztagsklassen der Hofecker Schule in Hof und der Gutenbergschule in Rehau. Dort sind sowohl Schüler als auch Eltern und Lehrer laut der Nailaer Konrektorin begeistert.

Sprengelordnung gelockert

Für die geplante Ganztagsklasse in Naila können sich übrigens nicht nur die Kinder aus Naila anmelden. Die sogenannte Sprengelordnung wird laut Rockelmann gelockert, das heißt, auch Kinder, die nicht im Einzugsgebiet der Nailaer Volksschule wohnen und normalerweise die Schulen in Selbitz, Bad Steben, Schwarzenbach am Wald, Geroldsgrün oder Berg besuchen müssten, sind willkommen. Der Busfahrplan kann laut Rockelmann darauf ausgerichtet werden.

Gefördert und gefordert werden die Ganztagsklassen in Bayern von der Landes- und Bundesregierung. Wie der Rektor erklärt, kann jede Schule die Einführung einer solchen Klasse beantragen. Diesen Antrag will die Volksschule Ende des Jahres stellen, denn Alfred Rockelmann und Anja Buchdrucker gehen davon aus, dass genügend Kinder angemeldet würden. 18 Schüler sind mindestens nötig. Der Rektor ist mit Blick auf das positive Umfrageergebnis zuversichtlich, dass es 2009 eine solche Klasse an der Volksschule geben wird. Sachaufwandsträger wäre übrigens die Stadt Naila.

So sehr Rockelmann die Genehmigung der Ganztagsklasse begrüßt, so sehr betont er auch, dass es weiterhin die Regelklassen geben wird und auch den M-Zweig, der es den Schülern ab der siebten Klasse ermöglicht, die mittlere Reife zu erlangen.

artikel_frapost

Flyer Ganztagsschule:

flyergts

Comments are closed.