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Mittelschule Frankenwald

Ringstraße 1

95119 Naila

Chronik der Mittelschule Frankenwald

Der erste Neubau des Schulgebäudes Ringstraße 1 wurde in den Jahren 1899/1900 errichtet. Es wurde vor mehr als 100 Jahren eingeweiht. Dieses Jubiläum ist ein Anlass, die Vorgeschichte dieses Neubaus darzulegen. Übrigens war sie kein Ruhmesblatt Nailaer Schulpolitik, das so gar nicht zum heutigen guten Ruf der Stadt Naila als Schulstadt passen will. Allerdings war diese Zeit von der Notlage geprägt, die der große Brand vom 3. August 1862 mit der Vernichtung zahlreicher Häuser und auch des Schulhauses gebracht hatte, so dass man sich lange Zeit mit Notbehelfen begnügte und versäumt hatte eine vom Staat großzügig unterstützte Lösung der Schulhausfrage anzustreben. Aber, wie gesagt, das war vor mehr als hundert Jahren und ist Vergangenheit.

Nach mehreren energischen Hinweisen der Schulaufsichtsbehörden und der inzwischen unerträglich gewordenen Raumnot in den beiden Schulhäusern (,,Altes Schulhaus“ Kirchberg 2 und späteres Überlandwerk Kronacher Straße 33), führten Verhandlungen erst im Jahr 1898 zu greifbaren Ergebnissen. Noch 1898 wurde der Bauplatz erworben, 1899 waren die Planung abgeschlossen und die Finanzierung gesichert worden. Bereits am 1. Mai 1899 erfolgte die Ausschreibung der ersten Arbeiten zum Schulhausneubau im Wege der Submission.

Am 23. Mai 1899 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, Grundsteinlegung war am 20. Juni 1899. Anfang Oktober 1899 dürfte das Richtfest gefeiert worden sein. Die Arbeiten gingen zügig voran und müssten zum Monatsbeginn Oktober 1900 abgeschlossen gewesen sein. Am 7. Oktober 1900 konnte das neuerbaute Schulhaus von der Bevölkerung besichtigt werden. Die Einweihungsfeier fand am 11. Oktober 1900 statt. Der mit der Planung und Bauaufsicht beauftragte Distriktstechniker Karl Stengel hob in seiner Rede zur Schlüsselübergabe den Umschwung und Aufschwung Nailas in gewerblicher und industrieller Hinsicht in den letzten Jahrzehnten heraus, die wegen des damit verbundenen Bevölkerungszuwachses den Neubau des Zentralschulhauses notwendig gemacht hatten.

Im Zeitungsbericht zur Einweihungsfeier heißt es abschließend: ,,Alles war nun hierbei voll Lobes über die treffliche Ausführung des Ganzen wie aller einzelnen Teile. Inzwischen waren auch der blaue Himmel und die helle Sonne, die während der Feier hinter Regenwolken verschwunden waren, wieder hervorgetreten und ließen die Landschaft von der Höhe des neuen Schulhauses in ihrer ganzen Schönheit erscheinen.“

Wie allgemein üblich, wurde die Feier mit einem Frühschoppen im Gasthof Lommer (Marktplatz 7) in gemütlicher Runde abgeschlossen.

Nach dem Entwurf des Distriktstechnikers Karl Stengel hatte das neue Schulhaus 6 Lehrzimmer (Klassenzimmer) von je rd. 70 qm Fläche. Auf jedes Zimmer wurden etwa 100 Schüler gerechnet. Berücksichtigt war eine Vergrößerung des Schulhauses auf 10 oder 12 Lehrzimmer durch Flügelanbauten. Die Baukosten betrugen 74076,18 Mark, dazu kamen noch 23698,97 Mark für die Einrichtung.

Den Namen ,,Zentralschulhaus“ hatte das Schulgebäude erhalten, weil in ihm jetzt, das gilt mit Einschränkungen, die gesamte Volksschule in einem Schulhaus untergebracht war. Bereits im Jahr 1912 erwies es sich als notwendig das Schulhaus durch Flügelanbauten zu erweitern. Mit den Bauarbeiten wurde im Frühjahr 1913 begonnen. Die dadurch gewonnenen vier neuen Klassenzimmer konnten am 1. Mai 1914 bezogen werden.

Im Jahr 1935 wurde durch die Aufstockung des Südflügelanbaus ein weiterer Schulsaal gewonnen. Die Vergabe der Arbeiten für den Schulhauserweiterungsbau wurden in der Stadtratssitzung am 23. Juli 1935 vergeben. Baubeginn zur Erweiterung des Schulgebäudes Ringstraße 1 war am 23. Juli 1935, Bauvollendung am 15. November 1935. Bauvollendung (Baubeginn 21. Juli) für den Schulsaalaufbau für das Schulgebäude Ringstraße 1 war am 15. Oktober 1938. Damit war durch die Aufstockung des nördlichen (rechten) Flügelanbaus nochmals ein Schulsaal geschaffen worden.

In den Jahren 1949/50 wurden weitere Verbesserungen am Schulhaus vorgenommen. Die Arbeiten dienten überwiegend der Sanierung und Erweiterung der sanitären Anlagen. Der Stadtrat hat am 3. Oktober 1949 die Arbeiten für einen Anbau vergeben.

Mit den Erdarbeiten zum Neubau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken für die Volksschule beim Schulgebäude Ringstraße 1 wurde am 10. September 1962 und mit den Bauarbeiten am 1. Oktober 1962 begonnen. Bauvollendung für den Neubau war am 1. Oktober 1964. Die Einweihungsfeier fand am 23. Oktober 1964 statt.

Schließlich war am 12. Juni 1972 Baubeginn zum Umbau des Schulgebäudes Ringstraße 1 für die Hauptschule, Bauvollendung am 23. Februar 1974. Am 27. Februar 1974 hat mit einer Schülerversammlung die Hauptschule (Volksschule Naila II) den Schulbetrieb im umgebauten Schulgebäude Ringstraße 1 aufgenommen.

Nach Fertigstellung der Außenanlagen und neuen Straßenführungen von Haupt- und Albin-Klöber-Straße zur Ringstraße 1 fand am 15. Juli 1974 die Einweihung des umgebauten Schulhauses Ringstraße 1 der Hauptschule statt. Bei einem „Tag der offenen Tür“ am 27./28. Juli 1974 konnte das umgebaute Schulgebäude von der Bevölkerung besichtigt werden.

Die Außensanierungen waren somit abgeschlossen und als nächste Baumaßnahme im Inneren des Schulgebäudes wurde im Jahr 2006 ein Multimediaraum eingerichtet. Dieser bot die Möglichkeit, über Beamer und Laptop die Schüler zu unterrichten, Filme zu sehen etc. Des Weiteren wurde durch diesen Raum die Gelegenheit geschaffen, Elternabende, Konferenzen und Informationsveranstaltungen für bis zu 70 Personen durchzuführen. Auch wurde ein neuer Computerraum für die Schüler eingerichtet. Dieser bot 20 Schülern Platz, an modernen PCs die für das Fach KtB (Kommunikationstechnischer Bereich) notwendigen Unterrichtsinhalte zu erlernen und zu vertiefen.

Im Schuljahr 1997/98 wurde an der Volksschule Naila der sogenannte M-Zug eingerichtet. Dieser ermöglichte den Schülern des Schulsprengels Naila einen Mittleren Bildungsabschluss, ohne die Schulart wechseln und ohne auf das altbewährte Klassleiterprinzip verzichten zu müssen. Der M-Zug wurde für die Jahrgangsstufen 7-10 angeboten und es gab die Möglichkeit, sich in jeder Jahrgangsstufe neu zu qualifizieren und somit zu einem höherwertigen Schulabschluss zu gelangen.

Im Jahr 2003/2004 wurde das Schülercafé der Volksschule Naila eingeweiht – ein Café für Schüler von Schülern. Noch vor Eröffnung des Cafés konnten zahlreiche Sponsoren gewonnen werden, um Tische, Stühle, Theke, Teller, Gläser und noch vieles mehr anschaffen zu können. In Eigenregie übernahmen die Schüler die Gestaltung der Wände in Graffiti-Technik, die sich über die Jahre immer wieder veränderte. Pro Schuljahr nehmen zwischen 20 und 30 Schüler und Schülerinnen an der Arbeitsgemeinschaft teil. Sie füllen den Dienstplan in den Schul- und Mittagspausen aus und sorgen für Einkauf, Dekoration und Aktionen rund ums Essen und Trinken. Das Schülercafé dient auch als Treffpunkt für gemeinsame Gespräche, Tischkicker oder verschiedene Gesellschaftsspiele. Getränkeangebot und kleine Snacks veränderten sich über die Schuljahre immer wieder. Die Leitung des Cafés übernahmen in den letzten Jahren die Fachlehrerinnen im Bereich Soziales, Frau Elke Degelmann und Frau Michaela Zahn – in Kooperation mit einem dreiköpfigen Team aus der Schülergruppe.

Die nächste Neuerung im Schulsystem ließ auch in Naila nicht lange auf sich warten und so wurde im Schuljahr 2009/2010 der gebundene Ganztags-Zug ins Leben gerufen. Als nunmehr einzige Schule im Landkreis Hof bietet die Mittelschule Frankenwald Naila auch heute noch durchgängig den Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 9 die Möglichkeit, ganztags in rhythmisierter Form zu lernen. Die Schüler genießen im Ganztags-Zug den Vorteil des Wechsels zwischen Übungs- und Lernzeiten, Förderunterricht sowie eine Vielfalt an sportlichen, musischen und künstlerischen Zusatzangeboten.

Nach einer Umbenennung zur Volksschule Naila bekam die Schule im Jahr 2012 im Zuge der Einrichtung eines Schulverbundes mit den Städten Selbitz und Schwarzenbach/Wald den Namen Mittelschule Frankenwald. Dieser Schulverbund wurde auf Grund der rückläufigen Schülerzahlen in den Nachbargemeinden gegründet.

Die Hertie-Stiftung rief den Wettbewerb „Starke Schule“ ins Leben. Im Schuljahr 2013/2014 wurde die Mittelschule Frankenwald unter knapp 700 Schulen, die sich bundesweit um diesen Titel beworben hatten, auf Platz sieben gewählt und darf sich seitdem „Starke Schule“ nennen. Dieses Prädikat tragen Schulen, deren Gesamtkonzept im Bereich Berufsorientierung ebenso wie die Arbeit im Bereich der Vorbereitung ihrer Schüler auf die Berufswelt besonders hervorzuheben ist. Am 21. März 2013 erhielt die Mittelschule Frankenwald dieses Prädikat im Bayerischen Landtag.

Ein weiteres Prädikat darf die Mittelschule Frankenwald seit 03. Mai 2017 tragen. Hier wurde im Rahmen eines Schulfestes durch Herrn Landrat Dr. Oliver Bär die Mittelschule Frankenwald zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ernannt. Diesen Namen tragen Schulen, die ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen möchten. Die gesamte Schulfamilie wurde für dieses Thema sensibilisiert und jeder Einzelne entschied sich dafür, sich Diskriminierungen, Mobbing und Gewalt an der Mittelschule Frankenwald entgegenzustellen. Alle Beteiligten unterschrieben im Zuge der Bewerbung um dieses Prädikat eine Selbstverpflichtung mit dem Inhalt, nachhaltig und langfristig Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, entgegen zu wirken.

Die Raumkapazitäten sind inzwischen erschöpft. Bereits seit mehreren Jahren sind regelmäßig Klassen ausgelagert, teilweise an die Grundschule Naila, teilweise in das von-Ketteler-Haus. Das Mittagessen der Ganztagsklassen muss mittlerweile in der katholischen Unterkirche eingenommen werden.

Weitere Veränderungen für die Zukunft zeichnen sich ab.