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Mittelschule Frankenwald

Ringstraße 1

95119 Naila

FÖRDERKONZEPT

1. Der Förderlehrer und seine Aufgaben

Förderlehrer sind an Grund- und Mittelschulen zur Förderung von Schülern mit besonderen Bedürfnissen eingesetzt. Der Förderlehrer unterstützt Schüler mit Lerndefiziten, bis hin zu Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Auch leistungsstarke Schüler erhalten besondere Fördermaßnahmen durch den Förderlehrer.

Tätigkeitsfelder des Förderlehrers:

Erziehen (Persönlichkeitsentwicklung, Kompetenzen)
Diagnostik, Beratung
Fordern und Fördern
Kooperation mit allen Beteiligten (Kollegen, Schulleitung, MSD, Eltern, Fachdienste,..)
Innovieren (Fortbildungen, Schulkonzept)
Unterrichten
Individualisieren

Zentrale Aufgabe: die bestmögliche individualisierende Förderung von Schülern!

2. Der Förderunterricht

a. Individuelle Förderung

…heißt jedem Schüler die Chance zu geben sein motorisches, intellektuelles, emotionales und soziales Potential umfassend zu entwickeln und ihn dabei durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen (ausreichend Lernzeit, spezifische Fördermethoden, angepasste Lehrmittel und gegebenenfalls durch Hilfestellung weiterer Personen mit Spezialkompetenz). Individuelle Förderung strebt an, eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen den Lernpotentialen eines Kindes und den Bedingungen, die es zum Ausschöpfen braucht, herzustellen. Diese individuelle Förderung findet sowohl im Einzelunterricht als auch in Kleingruppen statt. In einem Förderplan werden individuelle Lernziele gesetzt, die sich nicht am Klassenunterricht orientieren, sondern da ansetzen wo der jeweilige Schüler steht.

b. Differenzierung

…meint die Bemühungen, angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen des Schülers durch eine Gruppierung nach bestimmten Kriterien und durch didaktische Maßnahmen den Unterricht so zu gestalten, dass die für das schulische Lernen gesetzten Ziele weitgehend erreicht werden können. Die Differenzierung erfolgt in Absprache mit den Klassenlehrern und orientiert sich am Lernstoff der Klasse.

c. Klassenförderunterricht

Die Förderlehrer unterrichten Mathe/Deutsch in den verschiedenen Klassen und versuchen auch hier eine größtmögliche Differenzierung/Individualisierung zu erreichen.

3. Zusätzliche Tätigkeiten des Förderlehrers

Neben den bereits aufgeführten Punkten sind Förderlehrer für weitere Bereiche zuständig:

a. Verwaltung der Lehrmittel

Die Schulen verfügen oft über eine Lernwerkstatt. Diese ist Lernumgebung für schulisches und außerschulisches Lernen, in deren Zentrum handlungsorientiertes und eigenaktives Lernen sowie Lernen durch eigene Erfahrungen steht. Hier findet man umfassendes Lernmaterial besonders für die Bereiche Mathematik und Deutsch. Die Kollegen nutzen das Material und arbeiten ebenso wie die Förderlehrer mit ihren Schülern. Es gibt ein Lehrmittelverzeichnis, so dass für jeden Lehrer eine Übersicht über die vorhandenen Materialien bereitgestellt wird. Außerdem gibt es eine Reihe von DVDs/CDs und Klassenlektüren, die ebenso ausgeliehen werden können.

b. Schülerbücherei

Um die Lesefreude und die Lesemotivation bei den Schülern zu steigern, ist eine Schülerbücherei mit aktuellen Büchern sinnvoll. Zu festgelegten Öffnungszeiten können die Schüler hier Bücher ausleihen oder einfach vor Ort lesen. In diesem Zusammenhang ist eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Stadtbücherei, die die Schüler regelmäßig besuchen, zu empfehlen. Des Weiteren werden Lesepässe ausgestellt und jährlich werden Preise für die besten Leser vergeben.

4. Stützpunktschule Mittelschule Frankenwald

Um die Arbeit der Förderlehrer an Mittelschulen zu unterstützen hat die Regierung von Oberfranken einige Stützpunktschulen für individuelle Förderung ausgewählt, die ein Förderkonzept besitzen und weitere Kriterien erfüllen. Hier finden regelmäßig Treffen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Förderung, zwischen Regierung, Schulräten, Schulleitern und Förderlehrern statt.

5. Übergabe GS/MS

Sehr wertvoll sind jährliche Übergabegespräche von Grund-und Mittelschule. Die Förderlehrer besuchen die abgebenden Grundschulen und führen mit Klassenlehren und Förderlehrern ein Übergabegespräch. Hierfür gibt es ein Übergabeformular, indem die Kollegen der Grundschule eintragen können in welchem Bereich der Schüler Schwierigkeiten hat (Deutsch, Mathematik, Sozial-emotional, Lernverhalten,…), ob dieser bereits ein Schuljahr wiederholt hat oder es sonstige Besonderheiten gibt. Dies spart Zeit im neuen Schuljahr, die Förderung kann schneller beginnen. Für die Klassenlehrkraft sind wichtige Informationen bereits vor Schulbeginn bekannt und es kann individuell auf den Schüler eingegangen werden.

6. Diagnostik/Förderplan

„Der Förderplan ist ein schriftlicher Plan zur gezielten Förderung von S und S mit (sonder-) pädagogischem, Förderbedarf oder von solchen die von Schulversagen bedroht sind. Es ist die Voraussetzung für Qualität schulischer Förderung und zugleich ein Instrument zu ihrer Evaluation.“  (C. Melzer. 2008)

Bereiche der Förderplanung:

Fachlich:  Deutsch, Mathematik , Teilleistungsstörungen

Überfachlich:  Lern- Arbeitsverhalten, sozialverhalten, Lernstrategie, Motorik, Wahrnehmung

Der Förderplan wird wie folgt erstellt:

a. Planungsphase

Diagnostik

  • HSP
  • Deskriptive Fehleranalyse
  • SLD, diagnostisches Gespräch
  • SLS
  • Stolperwörter-Lesetest

Weitere förderdiagnostische Zugänge (Schülerbogen, Proben, …)

Beobachtungen
Gespräche mit Kooperationspartnern
Zielfestlegung (Förderzielkategorien, Schwerpunkte setzen), Zeitplanung, Ressourcen herausarbeiten, Fördermaßnahmen, Material/Methoden, Fehler als Chance, Lernvertrag

b. Durchführungsphase

Der Schüler wird über einen bestimmten Zeitraum gefördert.

c. Evaluationsphase

Prozess wird betrachtet, bewertet und evaluiert
Erfolgskontrolle  (z.B. erneute Durchführung der Diagnose)
Schüler Lernfortschritt bewusst machen (Gespräche, Diagnose, Verstärkerplan)

Erneute Planung!! Der Prozess beginnt von vorne.

foerderkreislauf

7. Nachteilsausgleich

a. Lese-/Rechtschreibstörung

Es gibt verschiedene Erscheinungsformen bei den Schülern, eine Vielzahl hat eine isolierte Lesestörung, andere eine isolierte Rechtschreibstörung und manche eine Kombination aus Lese-und Rechtschreibstörung. Hier wird ein individueller Nachteilsausgleich gewährt.

Allgemeine individuelle Unterstützung:

Besondere Arbeitsmittel sind zugelassen oder werden bereitgestellt
Pausenregelung wird individuell gestaltet
Arbeitsanweisungen werden individuell erläutert
Differenzierte Hausaufgaben
Verstärkte Formen der Visualisierung und Verbalisierung

Individuelle Unterstützung:

Arbeitsblätter: vergrößerte Vorlagen, Schriftgröße, Zeilenabstand
Leselineal, Lesestab
Vorderer, zentraler Sitzplatz
Maßvoller Einsatz beim Vorlesen vor der Klasse

Nachteilsausgleich:

Zeitverlängerung bis zu 25 % – Ausnahmen bis zu 50 %
Eigener Prüfungsraum
Vorlesen einzelner Aufgabenstellungen (NICHT: Text zur Texterschließung)
Strukturierungshilfen (vergrößerte Vorlage, gut lesbare Schrift, ausreichend Zeilenabstand)
Einzelne schriftliche Leistungsfeststellungen werden durch mündliche ersetzt
Spezielle Arbeitsmittel: Laptop

Bei reinem Nachteilausgleich : KEINE Zeugnisbemerkung!

Isolierte Lesestörung:

Verzicht auf die Bewertung des Vorlesens in den Fächern D, DaZ und Englisch
ACHTUNG: Es wird nicht auf die Bewertung des Leseverständnisses verzichtet!
Bei Notenschutz erhält der jeweilige Schüler eine Zeugnisbemerkung!

Isolierte Rechtschreibstörung:

Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreibleistung
Stärkere Gewichtung wird auf die mündlichen Leistungen gelegt
Bei Notenschutz erhält der jeweilige Schüler eine Zeugnisbemerkung!

b. Dyskalkulie

Hier gibt es keinen Nachteilsausgleich. Eine Hilfe für unsere Schüler wäre dringend nötig, ist aber rechtlich nicht möglich! Allerdings wird hier der pädagogische Spielraum maximal ausgenutzt. Die Kinder erhalten emotionale Unterstützung und befinden sich klassenübergreifend in einer Dyskalkulie-Gruppe beim Förderlehrer.

8. Allgemeines zum Förderunterricht/Zusammenarbeit aller Beteiligten

Da es eine Vielzahl zu fördernder Schüler an der Schule gibt, die Förderlehrkraft aber nicht alle Klassen mit Förderunterricht abdecken kann, sind an die Teilnahme bestimmte Voraussetzungen gebunden. Grundsätzlich muss der Schüler freiwillig bereit sein am Förderunterricht teilzunehmen. Ebenso werden Elterngespräche geführt, in denen die Eltern ihre Zustimmung und ihre Bereitwilligkeit zur Unterstützung der geplanten Fördermaßnahme deutlich machen. Es wird eine „Erziehungspartnerschaft“ angestrebt, in der ein regelmäßiger Austausch und –falls möglich- auch eine Lernbegleitung durch die Eltern stattfindet (Eltern-Kind-Förderplan).

Wichtig hierbei ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Nur so besteht die Chance auf einen umfassenden Blick auf das Kind mit einem ganzheitlichen Förderplan und einer richtigen Passung.

Der Förderzeitraum ist zunächst auf ein halbes Jahr begrenzt, anschließend wird neu diagnostiziert und evaluiert.

Die Methoden und Arbeitsformen des Förderunterrichts lassen ein freies Arbeiten in Gruppenarbeit, Partnerarbeit oder Einzelarbeit zu. Offene Unterrichtsformen wie Lerntheken, Stationentraining und Wochenplanarbeit bieten den Kindern Abwechslung beim Lernen. Der Fehler wird als Chance gesehen!

Eine Zusammenarbeit aller Beteiligten ist Grundlage für eine erfolgreiche Förderung. In der MSF „ziehen alle an einem Strang“ um das Kind bestmöglich zu unterstützen:

fa-hand-in-hand

Integrationsfördernde Maßnahmen

  • dazu dienten verschiedene Outdoor-Aktivitäten, wie zum Beispiel der Besuch des Hofer Weihnachtsmarktes, das Einkaufen auf dem Nailaer Wochenmarktes, die Stadtbesichtigung Hof mit anschließendem Zoobesuch sowie das Selbstartikulieren in einer Eisdiele
  • weiterhin wurde die Fertigkeit sich mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen zu bewegen, zusammen mit der Polizei und der Verkehrswacht geschult und mit einer Prüfung abgeschlossen
  • aktive Teilnahme am Schulfest mit Darstellung des Herkunftslandes, der Anfertigung eines Europa-Quizes für alle Schüler und dem Bereitstellen von landestypischen Speisen